Eric Giebel liest in Frankenthal

Eric Giebel: Quecksilber in Manteltaschen   ericgiebel_imrotensand_final

Einladung zur Lesung am Donnerstag, 29.09.2016 im Kunsthaus Frankenthal
Hans-Kopp-Straße 22, 67227 Frankenthal

Einlass: 18:30 Uhr / Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt: 3 Euro

Eric Giebel liest aus „Quecksilber in Manteltaschen“ und „Im roten Sand“
Moderation: Natascha Huber

Eine Veranstaltung des Literarischen Vereins der Pfalz e.V.
in Kooperation mit der Stadtverwaltung Frankenthal,
Bereich Schulen, Kultur und Sport.

John Burnside: „Anweisungen für eine Himmelsbestattung“

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Iain Galbraith, 2015 für seine Arbeit als Übersetzer mit dem Popescu European Translation Prize ausgezeichnet, mutmaßt in seinem Nachwort zu der von ihm ausgewählten und übersetzten Lyrik des schottischen Schriftstellers John Burnside, dass die Übersetzung von „home“ als „Zuhause“ oder „Heimat“ zu gemütlich anmutet und die Komplexität des Wortes für Burnside nicht abbildet.

Rezension auf fixpoetry.

Miron Białoszewski: „Das geheime Tagebuch“

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Ich bin es, der den Organismus anführt
Das geheime Tagebuch des Miron Białoszewski

Vorüberlegungen

Warum sollte ich das Tagebuch eines mir unbekannten Menschen lesen? Mit welchen Erwartungen gehe ich an die Lektüre, die als geheim klassifiziert ist? Welche Zugangsberechtigung habe ich zu den Aufzeichnungen?

Der komplette Essay auf fixpoetry.

Theo Harych: „Hinter den schwarzen Wäldern“

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Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, während unseres Polen-Urlaubs die begonnene Lektüre Czesław Miłoszs Tal der Issa zu beenden. Unser Gastgeber Henryk empfahl mir ein anderes Buch, nicht aus mangelnder Hochachtung vor Miłosz, sondern weil die Handlung jenes Buch in der Gegend, in der wir uns befanden, spielt.

Welche Gegend ist das? Grob skizziert die Grenzregion zwischen Niederschlesien und Großpolen, in etwa einem Dreieck zwischen Odolanów (Adelnau), Ostrów Wiełkopolski und Ostrzeszów (Schildberg).

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Janusz Szuber: „Esej o niewinności – Essay über die Unschuld“

Eine kleine Reihe über Bücher, die ich in Buchhandlungen außerhalb Deutschlands gekauft habe.

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Auch diesen zweisprachigen Poesieband erstand ich, wie Wisława Szymborskas Wystarczy – Enough in der Buchhandlung Tajne Komplety in Wrocław.

Dabei könnte die Vorgehensweise Janusz Szubers in Esej o niewinności – Essay über die Unschuld im Vergleich zu Szymborska kaum unterschiedlicher sein.

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Wisława Szymborska: Wystarczy – Enough

Eine kleine Reihe über Bücher, die ich in Buchhandlungen außerhalb Deutschlands gekauft habe.

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Den Poesieband erstand ich in der Buchhandlung Tajne Komplety in Wrocław, der polnischen Europäischen Kulturhauptstadt 2016.

Wystarczy – Enough der polnischen Literaturnobelpreisträgerin von 1996 Wisława Szymborska beinhaltet die letzten Gedichte der Autorin in polnischer Sprache und in englischer Übersetzung durch die in den USA lebenden Irin Clare Cavanagh. Da diese Gedichte zur Zeit nicht in Deutsch vorliegen, ist es eine Annäherung an die Poesie der Polin, die 2012 in Krakau starb.

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Adriaan van Dis: „Nathan Sid“

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Die 1983 erschienene Novelle Nathan Sid des 1946 geborenen, niederländischen Schriftstellers Adriaan van Dis (deutsche Erstausgabe 1988, Übersetzer: Siegfried Mrotzek) ist von betörender Schönheit.

Da schreibt ein Erwachsener das Buch der eigenen Kindheit, gibt seiner Einsamkeit, seiner Traurigkeit, seiner Verlorenheit Raum, viel Raum, und versteht es doch, in luftig geschriebenen Kapiteln so etwas wie eine frohe Erinnerung aufzunotieren. Das ist zauberhaft, gerade weil die Kindheitsbilder nicht zuckersüß sind, keine Madeleines de Proust! Sie neigen nicht zur Verklärung, sondern sind sauer, sind gallig. Im wörtlichen Sinne, denn der an Hautausschlägen leidenden Junge wird mit Ochsengallenseife, Zitronensaft und Essigwasser gereinigt. Ma Sid, die fürsorgende Mutter, singt dazu die Verse:

Saures reinigt, Saures peinigt.
Saures im Blut, Saures gegen Eiter,
Saures gegen Furunkel, Karbunkel,
Saures kratzt nicht weiter.

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Ervina Halili: „Der Schlaf des Oktopus“

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Schwanenhals und schwarzes Haar
Ervina Halilis Gedichte im Schwebezustand zwischen Traum und Tiefschlaf

In dem in der Edition Korrespondenzen, Wien 2016, herausgegebenen Gedichtband Der Schlaf des Oktopus der 1986 in Prishtina/Kosovo geborenen Lyrikerin Ervina Halili sind Träume allgegenwärtig. Und diese Traumwelten werden gefüllt mit einer sich wiederholenden Kulisse, die mich dazu verführt, fälschlicherweise an Gemälde von Marc Chagall zu denken (ich Pirouette einer vom Wolkenkratzer gefallenen Ballerina, aus: Ode an mich selbst), die ich aus einer lang zurückliegenden Erinnerung in meinem Gedächtnis aufrufe und die Figuren, Menschen, Tiere, die Natur und die vom Menschen geschaffene Umwelt mit schwebender Leichtigkeit erlebe, für einen kurzen Moment, bis sie verschwinden und nicht mehr greifbar sind.

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Xavier Zimbardo und Bindeshwar Pathak: „Angel of Ghost Street“

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War das indische Holi-Fest noch vor einigen Jahren nur wenigen in Europa bekannt, entwickelt es sich nun von einem hinduistischen Frühlingsfest zu einer Fun-Veranstaltung für jedermann, der bereit ist, 27,99 Euro für ein Ticket und fünf Farbbeutel auszugeben. Entsprechende Angebote, absichtlich nicht verlinkt, unter holifestival.de oder holi-gaudy.com.

Ein Fest, das das Ende des Winters markiert und in einem Farbrausch endet, der, so hören wir in Europa, das Kastensystem für einen Tag überwindet und alle Menschen gleich (bunt) macht.

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Hanne F. Juritz: „Ein Wolkenmaul fiel vom Himmel“

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Ein Lyrikband aus dem Jahr 1978 fiel mir aus dem Bücherregal im Prettlackschen Gartenhaus entgegen: Hanne F. Juritz, eine hessische Kollegin des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), von 1978 – 1982 Vorstandsvorsitzende des VS Hessen.

Mit Ein Wolkenmaul fiel vom Himmel las ich zum ersten Mal Gedichte der 1942 in Straßburg geborenen Dichterin. Und dieser erste Einblick verdeutlichte einmal mehr, wie zeitlos gute Lyrik ist, wie sie sich Zeitläufen und Zeitströmungen verweigert, im Gegensatz zur Covergestaltung!

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