Joshua Doder: „Grk ist nicht zu fassen“

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Unversehens wachsen Kinder aus dem Vorlese- und Leselernalter heraus. Plötzlich lesen sie selbst und ehrlich gesagt: wir Eltern sind darüber heil froh. Wissen wir alle um die Bedeutung des Vorlesens, dieser Phase der Lesebegleitung, so begrüßen wir ebenso sehr diese Autonomie, auch wenn wir dann keine Ahnung mehr haben, was die Kinder lesen. Bestenfalls kennen wir die bunten Cover und die Ratschläge der Buchhändlerin, die Kinderbücher in lebhaften Worten zu empfehlen vermag. Welcher Erwachsene liest freiwillig ein Kinderbuch?

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9. Europäisches Poesiefestival in Frankfurt am Main

Vom 19. – 21. Mai 2016 fand das 9. Europäische Poesiefestival mit dem Schwerpunkt italienische Poesie statt.

Eingeladen waren Ferruccio Brugnaro, Corrado Calabrò, Pino de March, Laura Cecilia Garavaglia, Vincenzo Guarracino (Italien), André Ughetto (Frankreich), Diego Valverde Villena (Spanien), Klára Hůrková (Tschechien), Małgorzata Płoszewska (Polen), Lisa Mazzi, Ursula Teicher-Maier, Barbara Zeizinger und Eric Giebel (Deutschland).

Víctor Rodríguez Núñez: „Mit einem seltsamen Geruch nach Welt“

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yo soy un tojosista / ich bin ein dichter der sperlingstauben

Columbina passerina, das Sperlingstäubchen, ist ein sehr kleiner Vertreter seiner Familie, der in Süd-, Mittel- und im südlichen Nordamerika anzutreffen ist. Udo Kawasser, der gemeinsam mit dem kubanischen Dichter Núñez für den vorliegenden Band Mit einem seltsamen Geruch von Welt aus neun Gedichtbänden zwischen 1979 und 2011 die Auswahl getroffen und die Gedichte ins Deutsche übertragen hat, fragte den Autor bei der Lesung auf der Leipziger Buchmesse am 20.3.2016, was hinter dieser Metapher steckt.

Rezension auf fixpoetry.

 

Kogge-Literaturforum Kloster Himmerod, 04.-08.05.2016

Die KOGGE ist eine Europäische Autorenvereinigung, die im Frühjahr ihre Mitglieder und Gäste in die Eifel zum Gedankenaustausch, zum Schreiben und zum öffentlichen Lesen einlädt. Dieses Jahr bin ich zum dritten Mal nach 2013 und 2014 im Kloster Himmerod.

Im Rahmen des diesjährigen Treffens lese ich am Mittwoch 4.5.2016 um 20 Uhr in der Akademie Kues, Adresse: Stiftsweg 1, 54470 Bernkastel-Kues, mit Kolleginnen und Kollegen zum diesjährigen Tagungsthema: Innenbilder, was um uns ist, ist in uns. Der Abend wird moderiert von Bernd Kebelmann (Berlin) und am Cello begleitet von Gunilda Wörner (Darmstadt).

Am Freitag 6.5.2016 um 20 Uhr folgt dann die Konzert-Lesung in der Abteikirche Himmerod mit Reinhold Schneck an der Orgel. Die Moderation übernimmt Ursula Teicher-Maier (Dieburg).

Bei beiden Lesungen werde ich unveröffentlichte Lyrik vorstellen.

György Dragomán: „Der Scheiterhaufen“

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Endlich mal ein Buch, das sich nicht über eine mangelnde Wahrnehmung und Anerkennung durch das deutsche und deutschsprachige Feuilleton zu beklagen braucht!

Einen Rezensionüberblick des 2015 auf Deutsch veröffentlichten Romans „Der Scheiterhaufen“ (Übersetzung: Lacy Kornitzer) des 1973 in Târgu-Mureş (Siebenbürgen, Rumänien) geborenen, der ungarischen Minderheit zugehörigen Autors György Dragomán, findet sich bei Perlentaucher.

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Hessische Literaturtage in Rüsselsheim, 19.-23.04.2016

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In Rüsselsheim finden im April die Hessischen Literaturtage statt. Am Mittwoch, den 20. April 2016 stelle ich in einem gemeinsamen Prosaabend mit den Kolleginnen und Kollegen Barbara Zeizinger, Maria Knissel und Alexander Pfeiffer meine Erzählung „Im roten Sand“ vor. Die Veranstaltung findet bei den Königstädter Bücherfreunden e.V., Im Reis 29, Rüsselsheim-Königstädten statt. Veranstaltungsbeginn: 19:30 Uhr.

Komplettes Programm der Hessischen Literaturtage: hier.

Literaturzeitschrift alba 08: „Literatura chilena emergente / Aufstrebende chilenische Literatur“

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In der Rezension zu Antonia Torres: Umzug – Mudanza habe bereits über die Literaturzeitschrift alba. lateinamerika lesen gesprochen. Die Ausgabe alba 08 widmet sich der zeitgenössischen chilenischen Literatur und bietet mit einer Sammlung von Kurzprosa, Romanausschnitten, Lyrik sowie Interviews und literaturhistorischen Essays eine kompakte Annäherung an die Literatur dieses südamerikanischen Landes.

Die Mehrzahl der 28 Autorinnen und Autoren sind in den siebziger oder achtziger Jahren geboren. In annähernd allen Beiträgen wird die Erinnerung beschworen. Es wird auch dem Außenstehenden deutlich, wie die chilenische Gesellschaft durch die Pinochet-Diktatur unterjocht wurde.

Ich werde anhand einiger Textbeispiele aufzeigen, wie dieses belastete Erbe durch die junge Generation verarbeitet wurde. Doch zuvor möchte ich Benjamin Loy, verantwortlicher Redakteur von alba 08 und Übersetzer mehrere Texte in dieser durchgängig zweisprachigen Ausgabe, fragen, wo er Unterschiede im Umgang mit dem totalitären Erbe erkennt. Er schreibt mir:

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Lesung in der Klosterpresse, Frankfurt am Main, 07.04.2016, 20:00 Uhr

Eric Giebel: Quecksilber in Manteltaschen   ericgiebel_imrotensand_final

Am 7. April 2014, 20 Uhr lese ich in der Klosterpresse im Frankensteiner Hof, Paradiesgasse 10, Frankfurt am Main. Die Lesung steht unter dem Motto Gegen-Satz. Ich lese sowohl Lyrik aus „Quecksilber in Manteltaschen“ als auch Prosa „Im roten Sand“ und beleuchte dabei meine Herkunftsfamilie einmal von der mütterlichen, einmal von der väterlichen Seite. Eintritt frei.

Antonia Torres: „Umzug – Mudanza“

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Auf der Leipziger Buchmesse 2016 fand eine von der Botschaft der Republik Chile organisierte Veranstaltung unter dem Titel Chilenische Gegenwartsliteratur zweistimmig – Literatura chilena actual a dos voces statt. Es lasen Lina Meruane (*1970 in Santiago) und Antonia Torres (*1975 in Valdivia). Moderiert wurde die Lesung von Benjamin Loy, Redakteur der in Berlin herausgegebenen Literaturzeitschrift alba. lateinamerika lesen, deren Nummer 08 sich ausschließlich der zeitgenössischen chilenischen Literatur widmet. Loy las die vorgestellten Texte in deutscher Sprache.

Mein Interesse an der chilenischen Literatur entspringt, allgemein gesprochen, der Neugier, im Speziellen der sich aus ihr abgeleiteten Zusage, den Lyrikband von Enrique Winter (*1982 in Santiago) oben das meer unter der himmel zu besprechen. Das Buch soll bei luxbooks erscheinen, es war bereits für 2015 angekündigt. Die Veröffentlichung verzögert sich leider aus verlagsinternen Gründen. In alba 08 findet sich der Vorabdruck eines Gedichtes, der mir eine Vorschau auf die bevorstehende Aufgabe gewährt.

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Dirk Uwe Hansen: „wolkenformate“

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Zur Zeit arbeite ich an einem lyrischen Zyklus über Wolken. Da verwundert es nicht, wenn mein Wetterradar empfänglich ist für Wolken anderer Herkunft.

Zwei Beispiele zeitgenössicher deutscher Wolken-Lyrik sind Martin Piekars „Wolkenformnationen“, ausgezeichnet mit dem hr2-Literaturpreis 2015 und der soeben im gutleut verlag Frankfurt am Main erschienene Band „wolkenformate“ des 1963 in Eckernförde geborenen Dirk Uwe Hansen.

Rezension auf fixpoetry.

Senthuran Varatharajah: „Vor der Zunahme der Zeichen“

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Einen Roman als Roman zu bezeichnen, der keiner ist, birgt ein gewisses Risiko. Der Autor könnte ohne eigenes Zutun beschädigt werden. Erwartungshaltungen, die an den Roman herangetragen werden, entzieht sich Senthuran Varatharajah, Jahrgang 1984, bewusst. Er hat einen Nicht-Roman vorgelegt. Es gibt keine Handlung, es gibt keinen Spannungsbogen. Es handelt sich nicht einmal um einen Dialog zweier Menschen, sondern um zwei Monologe, die sich via Facebook die Trigger für den weiteren, assoziativen Gedankenfluss für die Dauer von sieben Tagen und Nächten zusenden.

Ausführliche Rezension auf fixpoetry.