Einzelveröffentlichung

Im roten Sand

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Erzählung, 96 Seiten
Pop Verlag, Ludwigsburg 2016
ISBN 978-3-86356-127-7
13,45 Euro

Gefördert durch ein Arbeitsstipendium
des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK)

 

Stimmen:

»Sprachlich dicht entfaltet Eric Giebel die Geschiche einer Familie, die in einer mächtigen Lebenslüge erstarrt. Sören, der Jüngste, hungert nach Identität. Nur die Wahrheit kann diesen Hunger stillen. Vielleicht berührt uns Sörens Suche deshalb so sehr, weil wir ahnen: Das Ende ist der Anfang eines neuen steinigen Wegs namens Versöhnung.« – Maria Knissel

»Entfremdete Familie in mehreren Etappen: Sören ist der kleine Bruder von Jan. Irgendwie bleibt er immer der Kleine, der zu dem Großen aufschaut. Dabei sind alle Vorbilder brüchig. Der Großvater – eine für das Kind Sören bedeutsame Figur – verleugnet seine Zustimmung zum Holocaust. Der Vater – ein Zerrspiegel seiner Auseinandersetzung in der Jugend – liebte nicht die Mutter, sondern einen anderen Mann. Und der bewunderte große Bruder selbst? Raucht Haschisch, wird später Punk, nimmt an Hausbesetzungen teil und wird dann doch später ein bürgerlicher Familienvater, zumindest nimmt er einen Anlauf dazu. Sören Matussek muss erst eigene Kinder bekommen, um alles besser zu verstehen. Kann er die Entfremdungen seiner Familie jetzt überwinden oder werden die Tränen der Aufarbeitung stärker bleiben? In Siebenmeilenstiefeln springt Eric Giebel durch die Lebensphasen seines Helden. Öfter könnte er – so finde ich – an einer Station verweilen, doch schon folgt der nächste Satz. Der Autor, Jahrgang 1965, eröffnet in dem rasanten Verfahren eine Welt, die auch für mich in Sprache will: Hier wird noch „abgehangen“, nicht „gechillt“, hier sind die Punks noch in der ersten Generation, hier kommt die multikulturelle Revolution erst im Erwachsenenalter und nicht schon in der Kinderstube. Eric Giebel richtet den Blick aufs Wesentliche unserer Generation, das ist spannend und gedrängt zu lesen und zurecht durch ein Stipendium des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert worden.« – Susanne Konrad, Schriftstellerin

»Giebel setzt sich nicht nur mit dem Schicksal einzelner Familienmitglieder differenziert auseinander, er weist auch mutig auf zum Teil nicht erfolgte Aufarbeitung der deutschen Geschichte beziehungsweise des 2. Weltkriegs hin. Er bedient sich dabei einer nüchternen, doch ästhetischen Sprache und schafft somit seine ganze eigene Poetik.« – Gerty Mohr, Kulturnachrichten 07/2016

»Eric Giebel problematisiert Sörens Identitätssuche nicht, er entfaltet sie in Form eines Entwicklungsromans en miniature, dessen Ökonomie er beherrscht. Szenen des Rückblicks, vor allem aus Sörens Perspektive, an einigen Stellen aber auch aus der des Großvaters, reihen sich in der 96 Seiten starken Erzählung aneinander und entwickeln kaleidoskopisch ein Bild der Familie. Eine Familie, die das Schweigen verbindet wie andere ihr Besitz oder bürgerliche Bildung.« – Elke Barker, faustkultur

»Letztlich ist der Lektüregewinn besonders im Detail zu finden: die großen Augenblicke des Buches sind vor allem die, in denen Giebel ganz den geschilderten Momentaufnahmen vertraut, die prinzipiell viel mehr über die Konflikte und die Gestimmtheit der handelnden Personen sagen als die Interpretation der äußeren Ereignisse.« – Marcus Neuert, fixpoetry


Quecksilber in Manteltaschen

Eric Giebel: Quecksilber in Manteltaschen

Gedichte, 106 Seiten
Pop Verlag, Ludwigsburg 2015
ISBN 978-3-86356-098-0
14,50 Euro

Gefördert durch ein Arbeitsstipendium
des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK)

Stimmen:

»Die Gedichte könnte man als Raumerkundungen bezeichnen, die in einer archäologischen Bewegung die verborgenen, historischen Schichten freilegen. Das Täuschende und Verbergende wird mit der Sprache entlarvt.« – Dr. Petra Gropp

»Bis zur Wiedervereinigung vor fünfundzwanzig Jahren gab es zwei deutsche Staaten und zwei Geschwindigkeiten von Geschichte, dennoch aber nur einen politischen Kreislauf, der über alle Grenzen und Verwerfungen hinweg die gesellschaftlichen Gegensätze miteinander verband. Nur wenige Schriftsteller – und aus westdeutscher Perspektive zumal – haben in dieser Schnittstelle ihren literarischen Stoff gefunden. Eric Giebel gehört zu ihnen, und das in poetisch überzeugender Weise. Seine Gedichte sind Topologien historischer Befindlichkeiten diesseits und jenseits der einst realen und heute imaginär gewordenen Mauer.« – Kurt Drawert

»Die Gedichte beschreiben Menschen, die in Handeln und Denken in ihr gesellschaftliches Umfeld eingebettet sind. In präziser und gleichsam poetischer Sprache gräbt der Autor tief in der Geschichte, um verschüttete Stellen freizulegen und dem Kern der Wahrheit näherzukommen.« – Barbara Zeizinger

»Wir nehmen also zur Kenntnis: Giebel wendet diverse Personae-Verfahren an. Das lyrische Ich ist jeweils Teil der Textinszenierung – keinesfalls souveräne Beobachtungsinstanz, sondern vielmehr Sollbruchstelle jener Wirklichkeiten.« – Stefan Schmitzer auf fixpoetry

»Mit seinem narrativen lyrischen Zyklus hat Eric Giebel das Schweigen gebrochen, ostdeutsche und westdeutsche Geschichte vereint, ist Rimbaud gerecht geworden Ich sage, man muss Seher sein, muss sich selbst sehend machen und hat sich schließlich mit sich selbst versöhnt.« – Gerty Mohr, Kulturnachrichten 07/2016