Marzanna Kielar: „Lass uns die Nacht“

Schwarz dringt immer tiefer, lautlos, zärtlich

In ihrem Nachwort zu Lass uns die Nacht schreibt die Übersetzerin Renate Schmidgall über die polnische Lyrikerin Marzanna Kielar:

[Sie] wurde 1963 in Gołdap/Masuren geboren und gehört zur ersten Dichtergeneration, die sich vom Diktat der gesellschaftlichen Relevanz freimachen konnte. […] Die polnische Kritik hebt hervor, wie sehr sich ihre Gedichte von denen der anderen Autoren unterscheiden, die in den achtziger und neunziger Jahren debütierten – und diese Andersartigkeit und Eigenständigkeit wird bis heute betont.

Man könnte diese Zeilen so lesen: Naturlyrik steht im Verdacht, irrelevant zu sein. Das meint die Übersetzerin nicht und doch ist die öffentliche (Nicht-)Wahrnehmung einer Lyrik, die sich den Vorgängen in der Natur, also außerhalb der urbanen Räume, widmet, geprägt von Desinteresse und Unkenntnis. Naturlyrik, so darf eine Literaturkritikerin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (Thea Dorn, Das Literarische Quartett, ZDF, 09.10.20) sagen, im konkreten Fall über die Naturlyrik der US-amerikanischen Nobelpreisträgerin Louise Glück, sei

keine Literatur, die engagiert ist.

Rezension auf Fixpoetry.

Angélica Freitas: „Der Uterus ist groß wie eine Faust“

Nicht gekommen

Was hindert zwei Menschen, gleich des Geschlechtes, des gleichen Geschlechts, dass sie sich treffen, ihre mit Wollust und Blut vollgepumpten Geschlechtsorgane aneinanderreiben und sich im Orgasmus vereinen?

Angélica Freitas, am 8. April 1973 in Pelotas, Rio Grande del Sur, Brasilien aus der Gebärmutter ihrer Mutter = Gebärmutterzum Quadrat (stört nicht das Eckige?) entlassene Tochter, gibt uns darüber in ihrem zweiten Gedichtband in deutscher Übersetzung Der Uterus ist so groß wie eine Faust (aus dem brasilianischen Portugiesisch von Odile Kennel) Auskunft.

Wir lernen, auch ein Nicht-Koitus (damit meine ich nicht nur das Treiben geiler Schwänzchen im Muttis dunkler Empfangshalle) nimmt die orgiastische Steigerung nicht aus.

„Angélica Freitas: „Der Uterus ist groß wie eine Faust““ weiterlesen

Aurélia Lassaque: „Per que canten las blandas | Auf dass die Salamander singen“

la freula ronda de la terra | das zerbrechliche Rund der Erde

Sonnwendfeiern haben eine lange Tradition. Als Mensch, der in Städten aufgewachsen ist und lebt, bin ich von dieser Tradition weitgehend abgeschnitten, nur wenige Male habe ich in ländlicher Umgebung das Feuer zur Sommerwende, zum längsten Tag des Jahres miterlebt.

Aurélia Lassaque führt uns im ersten Teil ihres zweisprachig okzitanisch-deutschen Gedichtbandes Per que canten las blandas | Auf dass die Salamander singen (ins Deutsche übersetzt von Schirin Nowrousian) die knisternde Stimmung, die Unruhe dicht vor Augen: SonnenwendeDer Schrei des Janus.

Die Gewissheiten sind rar, eine diffuse Angst macht sich in den Herzen breit: Jetzt werden die Tage wieder kürzer. Wir versinken im Dunkel. Was, wenn das Licht unseres Lebens im Herbst, im Winter erlischt? Die Existenz ist zerbrechlich. Und in diesem Wissen und Fühlen steigert sich die Anspannung zum Höhepunkt des Sommers als Moment des Unvergänglichen, des Jetzt: Atemzug um Atemzug, ich lebe! Anfang und Ende, Dualität des Seins.

Die an der Jahreszeitengrenze errichtete Scheune
verströmt den Duft warmen Grases.

Die halbwüchsigen Pferde stampfen und bekriegen sich
aus Freude, den Schweiß ihrer Körper mit dem Geschmack
ersten Blutes zu vermischen.
„Aurélia Lassaque: „Per que canten las blandas | Auf dass die Salamander singen““ weiterlesen

José F. A. Oliver & Mikael Vogel: „zum Bleiben, wie zum Wandern – Hölderlin, theurer Freund“

Otaheiti

Die Südsee-Insel Tahiti wurde von deutschen Dichtern Ende des 18. Jahrhunderts / Anfang des 19. Jahrhunderts als Asyl erträumt. Dafür verantwortlich war Johann Georg Adam Forster, der an der zweiten Weltumseglung James Cooks von 1772 bis 1775 teilnahm und als erster Vertreter einer wissenschaftlichen Reiseliteratur in Deutschland gilt. Exotik und revolutionärer Freiheitsdrang waren wohl entscheidende Motive derer, die über Emigration nachdachten, um die Verkrustung des politischen Systems in den deutschen Staaten abzuschütteln.

Forster, der dem Mainzer Jakobinerclub angehört hatte, starb 1794 in Paris.

1802 reiste Friedrich Hölderlin, Quellen zufolge zum größten Teil zu Fuß, durch Frankreich, sein Ziel: Bordeaux. Mehrere gescheiterte Anläufe, eine gesicherte Existenz durch eine längerfristige Anstellung als Hofmeister, Hauslehrer aufzubauen, hinter sich, beabsichtigte er zu emigrieren. Er schrieb:

Ich bin jetzt voll Abschieds. Ich habe lange nicht geweint. Aber es hat mich bittre Tränen gekostet, da ich mich entschloß, mein Vaterland noch jetzt zu verlassen, vielleicht auf immer. Denn was hab ich Lieberes auf der Welt? Aber sie können mich nicht brauchen. Deutsch will und muß ich übrigens bleiben, und wenn mich die Herzens- und die Nahrungsnot nach Otaheiti triebe.

Hölderlins Herzensnot war vier Jahre nach der Trennung von Susette Gontard, seiner Diotima, immer noch eine klaffende Wunde.

„José F. A. Oliver & Mikael Vogel: „zum Bleiben, wie zum Wandern – Hölderlin, theurer Freund““ weiterlesen

Adam Zagajewski: „Unsichtbare Hand“

Rozmawiac o ciemnosci w takim jasnym cieniu
Über das Dunkel sprechen in so hellem Schatten

Der Poesie wohnt die Kraft des Trostes inne. Sie ist geeignet, Menschen, die sich im Dunkel der Tage, und damit meine ich bei Weitem nicht nur die Zeit vor Weihnachten, verlieren, aufzurichten und ihnen Hoffnung zu geben. Sie konkurriert somit unweigerlich mit Religion, die ebensolche Angebote versendet.

Ich bin als Katholik ein Anfänger,
der versucht, Gut und Böse zu trennen,
aber nicht weiß, wie sie sich unterscheiden,
vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung, wenn
das Licht einen langen Augenblick zögert.
(aus: Erstkommunion)

Adam Zagajewski zu lesen, seine Lyrik mit den Augen (oder bei Lesungen mit den Ohren) aufzunehmen, ist ein großes Geschenk, das uns der 1945 in Lemberg geborene Dichter reicht.

Poesie ist der Königsweg,
der uns am weitesten führt.
(aus: Poesie ist die Suche nach Glanz)

Für den Band Unsichtbare Hand  (2012) wählte der Autor Gedichte aus seinen drei Bänden Powrót (2003), Anteny (2005) und Niewidzialna ręka (2009) aus. Aus dem Polnischen übertrug  Renate Schmidgall in eine einfühlsame und liquide Sprache, flüssig und werthaltig. 2009 wurde Schmidgall mit dem Karl-Dedecius-Preis (für ihre Übersetzungen polnischer Literatur ins Deutsche) ausgezeichnet.

„Adam Zagajewski: „Unsichtbare Hand““ weiterlesen

Happy Birthday – 5 Jahre Literaturblog »vitabu vingi«

Für den ersten Geburtag meines Blogs wählte ich das Cover von „Ein Winter in Hakkari“. Es stand stellvertretend für gute Gestaltung und für wichtige Bücher, die ich noch nicht besprochen habe. Eine Aufforderung, nicht stehen zu bleiben, sondern in der Fremde den Weg in die Literatur zu wagen.

Nun, bei diesem Jubiläum, stelle ich Judith Beveridges „Storm and Honey“ im gleichen Sinn vor. Ein schön gestaltetes Cover und eine Arbeitsaufforderung. Sie geht über das Schreiben einer Rezension hinaus. Ich sollte mir Beveridges dichte Sprache zugänglich machen, sie in meine Sprache übersetzen. Ein Projekt, für das meine sprachlichen Fähigkeiten kaum ausreichen werden. Aber, wer weiß?!

Die 1956 in London geborene Beveridge kam 1960 mit ihren Eltern nach Australien. Sie ist eine preisgekrönte Stimme der zeitgenössischen australischen Lyrik, die hier zu hören und von Sabine Scho übersetzt in deutscher Sprache nachzulesen ist.

Für den 2009 erschienenen Band „Storm and Honey“ wendet sich Beveridge den Fischern zu, die mit ihren Booten an der Küste und in der Flussmündungen auf Fang gehen.

Jellyfish translucent as onionskin pulse through the bay.
Davey gets one on his oar and lifts it up like a dripping wad

of plastic wrap. I see others floating in and out the shallows
changing colour likes globes of thin photosensitive glass.
(from: Jellyfish)

Quallen, transluzent wie Zwiebelhaut, pulsieren durch die Bucht.
Davey kriegt eine aufs Ruder und hebt sie hoch wie ein triefendes

Bündel Plastikfolie. Ich sehe andere in Untiefen ein- und ausschweben,
wie Kugeln aus dünnem, lichtempfindlichem Glas ihre Farbe ändernd.
(aus: Quallen)

Leopold Federmair: „Schönheit und Schmerz“

Gespräch mit Leopold Federmair auf Faustkultur.

Schönheit und Schmerz
Annäherung an Leopold Federmair

Essay

Ich spüre die Unmöglichkeit, dieses Buch zu besprechen, ihm mein (wer bin ich?) Werturteil aufzudrücken. Es geht nicht um Daumen hoch oder runter, ich bin nicht in der Arena, weder Zuschauer, der brav sein Brot frisst, noch Herrscher, der sein Machtspiel treibt. Schönheit und Schmerz von Leopold Federmair macht etwas mit mir, darüber will ich schreibend sprechen.

Könnte ich dann nicht auch eine Rezension schreiben? Ist es nicht so, dass jedes Buch etwas mit der Leserin, dem Leser macht und dass sie alles Recht der Welt haben, diese Leseerfahrung zum Maßstab einer Kritik zu machen? Spielt es eine Rolle, was der Autor sagen will oder kommt es nur darauf an, was ankommt? Entsteht Literatur erst im Auditorium, mit der Leserschaft?

Um nicht nur Fragen zu stellen, gebe ich auf die letzte Frage ein Nein zu Protokoll. Literatur entsteht im Schreiben, unabhängig von der Anzahl und Bewertung der Leserinnen und Leser, daran glaube ich, muss ich glauben, sonst wäre ich kein Schreibend-Suchender.

Weshalb die Flucht ins Essay? Weil es mehr Raum zum Scheitern gibt oder weil ich unverfrorener über mich sprechen kann?

Noch weiß ich es nicht, habe jedoch die Vorahnung, dass sich ein Satz bilden wird, der da lautet:

ICH – SCHREIBE – GEGEN – DEN – TOD

Plötzlich schlägt Unbekümmertheit in Versehrtheit um, ein Unfall, eine Krankheit. Es trifft mich nicht allein. Es geschieht ständig, überall. Und schreiben wir, schreiben wir also immer gegen den Tod. Wollen ihm Leben abtrotzen oder zumindest den Zurückbleibenden ein Vermächtnis hinterlassen.

„Leopold Federmair: „Schönheit und Schmerz““ weiterlesen

Knut Ødegård: „Die Zeit ist gekommen“

Frankfurter Buchmesse 2019, Ehrengast: Norwegen
Zerstäubte Seelen

Mit Die Zeit ist gekommen in der Übertragung von Åse Birkenheier wird dem deutschen Publikum der zuletzt erschienene Band Tida er inne (2017) des norwegischen Dichters Knut Ødegård zugänglich gemacht. Bis auf einige verstreute Übersetzungen ist dieser Band die Premiere eines in Nordeuropa sehr bekannten und erfolgreichen Dichters, der 1945 in Molde geboren wurde.

Mittlerweile bin ich routiniert genug, eine Rezension so zu schreiben, dass sie die Leistung des Autors und seiner Übersetzerin kritisch und umfänglich würdigt, in Abwägung dieses und jenes Aspekts. Eine Vorgehensweise, die gelingt – und mich in diesem Fall nicht interessiert.

Ich will über den Schock sprechen, den das Gedicht Leukotomie ausgelöst hat.

„Knut Ødegård: „Die Zeit ist gekommen““ weiterlesen

Julia Cimafiejeva: „zirkus“

von den spreißeln
Julia Cimafiejevas Schmerz

ich versuche
zu verstehen
(aus: ich lese ein fremdsprachiges gedicht)

wie es Thomas Weiler und Tina Wünschmann ergangen ist, als sie die Gedichte der Lyrikerin Julia Cimafiejeva übersetzt haben. Die 1982 geborene Weißrussin legt in diesem Gedicht einige Metaphern aus und fragt, wo diese hinführen? Ist das Übersetzerduo gleich der Autorin aus den Tritt gekommen, im Sumpf fremder Wörter versackt, hat sich schließlich an der den Sumpf überbrückenden Bohle die Finger verletzt; Holzsplitter in den Kuppen?

„Julia Cimafiejeva: „zirkus““ weiterlesen

Sigurður Pálsson: „Gedichte erinnern eine Stimme“

Skuggamynd – Schattenriss

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich im Auftrag der Künstlerin Vera Röhm mit der Übersetzung eines Satzes in möglichst viele Sprachen der Welt. Genauer gesagt, da ich keine polyglotte Veranlagung besitze, besteht meine Aufgabe im Aufspüren von Linguistinnen und Linguisten und native speakers, die mit ihrer Expertise die Fortschreibung dieser Werkgruppe unterstützen.

Schatten spielt in diesem Satz eine zentrale Rolle. Und Schatten spielt in der ersten dem deutschsprachigen Publikum zur Verfügung gestellten Einzelveröffentlichung des isländischen Lyrikers Sigurður Pálsson (1948-2017) eine ebensolche.

Die beiden Übersetzer Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer haben gemeinsam mit dem Verleger Dincer Gücyeter und dem Gestalter Ümit Kuzoluk einen sehr schönen zweisprachig isländisch-deutschen Band vorgelegt.

Es ist die dritte Zusammenarbeit von Gíslason und Schiffer für den Elif Verlag, nach Ragnar Helgi Ólafsons Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können und Linda Vilhjálmsdóttirs Freiheit. Hier ist eine Reihe entstanden, der zu wünschen ist, dass der eingeschlagene Wechsel zwischen Autoren und Autorinnen beibehalten wird.

Durch den Schatten verlaufen auf der Bedeutungsebene mehrere Risse, die sich in Sprache auszudrücken vermögen. Hier eine Unterscheidung zwischen dem Schatten als dunkle(re)n Ort, dort als kühle(re)n Ort. Hier der Schatten unbewegter Dinge, dort der Schatten des Menschen, mit einer weitreichenden Bedeutung als Seele, als Geist (Verstorbener), nicht nur in den indigenen Kulturen, deren Sprachen im Internationalen Jahr der indigenen Sprachen 2019 in den Fokus gerückt werden sollten.

Isländisch kommt den allermeisten Kontinentaleuropäern ja schon fremd, weit entfernt, exotisch vor. Pálsson, der in Frankreich studiert und gearbeitet hatte, bevor er nach Island zurückkehrte, sieht es so:

„Sigurður Pálsson: „Gedichte erinnern eine Stimme““ weiterlesen

Amiran Swimonischwili: „Gedichte“

Emailbläue

Der georgische Lyriker, Übersetzer und Filmautor Amiran (Pako) Swimonischwili starb 2014 im Alter von vierzig Jahren.

2018, dem Jahr, als Georgien Guest of Honour der Frankfurter Buchmesse war, erschien eine umfangreiche Sammlung von Gedichten in einem zweisprachig gestalteten Band, für den der Schweizer Thomas Häusermann für die Übersetzungen, die akribisch verzeichneten Anmerkungen und das Nachwort verantwortlich zeichnet. Er schreibt:

Die kommentierte Übersetzung möchte interessierten Lesern helfen, die Distanz zwischen Georgien und dem deutschsprachigen Raum, zwischen dem in einigermaßen geordneten Bahnen dahinlebenden Europa und dem von der aktuellen Geschichte gebeutelten Kaukasus wenn nicht überwindbar, so doch erkennbar zu machen. Ich hoffe, die langjährige Freundschaft mit Pako, dessen Gedichte ich anfangs aus reiner Neugier zu übersetzen versuchte, wird mir diese Aufgabe erleichtern.

Was hier aus dem Antrieb der Entdeckerlust geschaffen wurde, darf man schlicht als Glücksfall ansehen. Mit Häusermann, der Germanistik, Slawistik und Klavier studierte, nimmt sich einer Swimonischwilis Gedichte an, dessen Musikalität, dessen geschultes Gehör, dessen Rhythmussicherheit und dessen Freundschaft zum Autor und seiner Familie ihm Inspiration und Anleitung gibt, wie die deutschen Versionen aussehen, wie sie sich anhören können.

Der Konsonantenreichtum der georgischen Sprache erlaubt ein virtuoses Spiel mit Assonanzen und unreimen Reimen, das Pako gerne und nicht nur am Versende nutzt.
Eine Übersetzung kann diese Kunstfertigkeit nicht wiedergeben. […] Stattdessen bemüht sie sich – gewissermassen als Hinweis auf die Wahrung der klassischen Formen im Original – eine gleichmässige Metrik einzuhalten.

„Amiran Swimonischwili: „Gedichte““ weiterlesen

Dirk Uwe Hansen: „sonne geschlossener wimpern mond“

Beweisführung

Schon bei der ersten Durchsicht der Gedichte in sonne geschlossener wimpern mond von Dirk Uwe Hansen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier eine Kette von Beweisführungen geknüpft und vorgeführt wird. Das Wort ist im Sinne von ist gleich oder = nimmt auf der logischen und sprachlichen Ebene eine überragende Stellung ein.

x

ist qual keine suche
ist flucht ist fluch ist
der anfang der feind
jeder unendlichkeit

Wofür hier Beweise gesammelt werden, erschließt sich mir zunächst nicht. Aber, so viel ist deutlich, die Texte dieses in die drei Kapitel kosmogonie, naturalienkabinett und grammatologie aufgeteilten Bandes kommen ohne Streben nach Erkenntnis über den Sinn des Lebens (= Philosophie) nicht aus. Einen Schnellkurs in antiker Philosophie zu belegen, ohne sichere Aussicht auf das Bestehen der Abschlussprüfung, birgt Risiken. Aber: der Autor und Altphilologe Hansen fordert ein, sich für diese Lektüre in eine Vorlesung über die Schulen der Vorsokratiker einzuschreiben.

„Dirk Uwe Hansen: „sonne geschlossener wimpern mond““ weiterlesen