Primo Levi: „So war Auschwitz“

Mit „So war Auschwitz“ legen die Herausgeber 30 Jahre nach Levis Tod am 11. April 1987 den neuesten Forschungsstand vor. Als Einzelpublikation betrachtet ist es vor allem ein Buch von Historikern für Historiker, im Kontext des Werks Levis jedoch ein Wegweiser, wie notwendigerweise die „ethische Reflexion“ zu vertiefen ist. Das geht uns alle an.

Rezension auf Fixpoetry

Xavier Zimbardo und Bindeshwar Pathak: „Angel of Ghost Street“

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War das indische Holi-Fest noch vor einigen Jahren nur wenigen in Europa bekannt, entwickelt es sich nun von einem hinduistischen Frühlingsfest zu einer Fun-Veranstaltung für jedermann, der bereit ist, 27,99 Euro für ein Ticket und fünf Farbbeutel auszugeben. Entsprechende Angebote, absichtlich nicht verlinkt, unter holifestival.de oder holi-gaudy.com.

Ein Fest, das das Ende des Winters markiert und in einem Farbrausch endet, der, so hören wir in Europa, das Kastensystem für einen Tag überwindet und alle Menschen gleich (bunt) macht.

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Noémi Kiss: „Schäbiges Schmuckkästchen“

Noémi Kiss: Schäbiges Schmuckkästchen

Die 1974 geborene Ungarin Noémi Kiss reist in den Osten Europas. „In Osteuropa gibt es wohl nichts Aufregenderes als die verlassenen Orte“, schreibt sie. Kiss ist auf der Suche nach einer vergangenen Zeit, an Orten die einst multiethnisch, multikulturell waren, Schmelztiegel der Sprachen und doch sich heute zumeist nur noch nationalistisch definieren oder vielleicht besser: definieren lassen müssen.

Die von Kiss bereisten Gebiete, Bukowina, Siebenbürgen, Galizien, Vojvodina, sind mir völlig unbekannt. Und ich gestehe die Mühe, die ich hatte, aus den Reisebeschreibungen und kenntnisreichen Hintergrundinformationen zur Geschichte, Bilder entstehen zu lassen, konkrete, sinnliche Bilder.

Erst die Hunde, die behaglich an den Schafshufen lutschen, haben mich aus diesem Dilemma befreit. Aber wie konnte ich hineingeraten in eine Bildlosigkeit? Kiss beschreibt die Abwesenheit. „Auf dem Weg nach Czernowitz gelangen wir bald an den Rand der Dinge.

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Alexander Zinn: „Das Glück kam immer zu mir“

Alexander Zinn: Das Glück kam immer zu mir

Es hat viele Jahre gedauert, bis ich im April zum ersten Mal in der Gedenkstätte Buchenwald war. „Jedem das Seine“, erst neulich sagte das meine türkischstämmige Friseurin zu mir und meinte damit die Freiheit jedes Einzelnen, das zu tun, was er will. Und ich schwieg, was ich selten tue, wenn ich Victor Klemperers „LTI“ zu Ohren bekomme, was häufig geschieht.

Das 2011 im Campus-Verlag erschienene Buch über Rudolf Bradza habe ich mir an diesem kalten, nebligen Morgen im Buchshop der Gedenkstätte mitgenommen. Innerhalb weniger Tage las ich dieses gut recherchierte und gut geschriebene Buch. Danke, Alexander Zinn.